Wer einmal einen August in einer italienischen Stadt verbracht hat, versteht das Wort Ferragosto. Der 15. August ist Italiens größter Nationalfeiertag — und er ist eigentlich nicht ein Tag, sondern eine ganze Epoche. Von Ende Juli bis Ende August schließen Schuster, Bäcker, Klempner und manchmal sogar Restaurants. Die Städte leeren sich. Die Strände füllen sich. Das Leben verschiebt sich von innen nach außen.
Estate, aperitivo e amici
Der Sommer verändert das Essen in Italien fundamental. Schwere Schmorgerichte verschwinden von den Karten. Stattdessen: gegrillte Fische, frische Salate, kalte Pasta, Bruschetta mit sonnenreifen Tomaten. Die Küche wird leichter, bunter und lauter — die Terrassen füllen sich, die Abende dauern länger. Das Mittagessen wird noch mehr zur Zeremonie als sonst — denn die Hitze des frühen Nachmittags verbietet Aktivität. Man isst, man schläft, man wartet auf den Abend.
„Im Sommer isst man in Italien anders — leichter, aber nicht weniger gut. Die Sonne übernimmt einen Teil der Arbeit, die im Winter der Herd macht.”
Was im Sommer auf den Tisch kommt
Die umbrische Küche kennt keine Showküche. Sie ist ruhig, direkt, ohne Ablenkung — und sie vertraut ihren Zutaten. Trüffel aus Norcia sind weltberühmt, aber die Umbriner essen sie nicht als Luxus, sondern als Alltag. Im Herbst riecht es in den Bergdörfern nach Feuer und Pilzen, im Frühjahr nach frischem Rucola und jungen Artischocken.
- Insalata Caprese — Tomaten, Mozzarella, Basilikum; das Einfachste und das Schönste
- Pesce alla griglia — gegrillter Fisch, Olivenöl, Zitrone; die Küste macht es vor
- Bruschetta al pomodoro — Brot, Tomate, Knoblauch, Öl; die Sommertomatensaison macht es möglich
- Gelato — nicht Eis, sondern Gelato; der Unterschied liegt in der Luft
- Granita — Sizilianisches Eis aus Fruchtsaft; an der Küste unverzichtbar
- Panzanella — toskanischer Brotsalat mit Tomaten; macht aus altem Brot ein Fest
La famiglia d’estate
Der Sommer bei uns in Kirchheim
Auch in Kirchheim bei München wird unser Cascina im Sommer leichter. Unsere Sommerkarte betont frische Zutaten: leichte Antipasti, gegrilltes Fischfilet, saisonale Gemüsebeilagen. Unser Außenbereich lädt in den warmen Monaten zum verlängerten Abendessen ein — ein Glas Weißwein, ein leichter Primo, der Abend zieht sich hin. Genau so, wie es in Italien sein sollte.
Es gibt in Süditalien ein Konzept, das sich schwer übersetzen lässt: dolce far niente — die Süße des Nichtstuns. Im Sommer wird es zur Kunst. Man sitzt, man schaut, man lässt den Abend vorüberziehen. Das Essen ist ein Teil davon — nicht Hauptzweck, sondern Begleitung. Das ist das Geheimnis des italienischen Sommers: Genuss ohne Eile, Leben ohne Deadline.
„Dolce far niente. Die Süße des Nichtstuns. Im Sommer ist das kein Luxus — das ist Programm.”
Ristorante Cascina
Kirchheim bei München


